13.03.2010

5. Platz am WEHoRR in London (GB)

Belvoir fährt weiter nach vorne am Womans Eight Head of the River Race

Das Womans Head of the River Race ist das grösste Frauenachterrennen in Europa,. So fuhr am letzten Wochenende auch eine 14-köpfige Belvoirdelegation nach London, um an diesem Rennen im Land des Rudersports sich mit den besten Mannschaften zu messen. Dieses Rennen steht auf der Insel und auch für uns für den Schluss der Wintervorbereitungen und ist mit dreihundert Booten, die die knapp sieben Kilometer lange Strecke auf der Themse von Chiswick Bridge bis Putney in einem Zeitrennen absolvieren, das prestigeträchtigste Rennen dieser Art. Nebst unseren zwei Achtern waren weitere 23 ausländische Achter aus Italien, Spanien, Deutschland und Irland am Start, die um das "Overseas Pennant", den Preis der besten ausländischen Mannschaft kämpften.

Wetterexpertin Linda Schlemmer sagte perfektes Ruderwetter voraus, und es kam auch so, dass bei Windstille zwei Achter des Belvoir am Samstag kurz nach zwei Uhr die Leihboote von Sons of the Thames und Latymer wasserten. Die erste Mannschaft bildeten die letztjährigen Achtplatzierten Debbie Bregenzer (Steuer), Angelina Casanova, Martina Ernst, Klara Honsl, Yvonne Wäger und Linda Schlemmer, neu im Boot sass Fabiane Albrecht vom SC Thun, eine gute Freundin unseres Clubs, sowie Eliane Baumberger und Stéphanie Lindner, die letztes Jahr mit der zweiten Mannschaft den 49. Rang belegt haben. Ebenfalls neu war das Boot: Wir bekamen von Latymer einen erstklassigen Empacherachter zur Verfügung gestellt. Mit vier Leichtgewichten im Boot war es wohl die leichteste Belvoirmannschaft am Women's Head aller Zeiten, wobei die Wetterbedingungen mit nur wenig Gegenwind und streckenweise Mitwind uns keine Nachteile verschaffte - im Gegensatz zum letzten Jahr, als wir (ebenfalls deutlich leichter als die Gegnerinnen) auf den letzten drei Kilometern im Gegenwind drei Ränge einbüssten. Wegen einiger Krankheits- und Verletzungsfällen haben wir unsere zweite Mannschaft mit vier englische Ruderinnen ergänzt. Den Schlagzweier bildeten zwei frühere Leichtgewichtsruderinnen der britischen Nationalmannschaft, Ally Downey und Orla Hayes, dazu kamen Avelline Deighton und Tracy Axtem. Salome Handschin, Ulrike Lohmann, Dominika Czernik und Christina Bauer bildeten den Belvoirteil der Mannschaft, Sophie Shapter von Latymer steuerte das Boot.

Die erste Belvoirmannschaft startete mit Nummer sechs und legte auf der ersten Hälfte ein perfektes Rennen hin. Debbie kennt die Strecke wie ihre Westentasche, da sie zehn Jahre selbst in London gelebt hat und Steuerfrau bei Sons of the Thames war. Kurz nach Streckenhälfte hatten sie das Boot mit Startnummer vier aufgeholt, in dem zwei uns gut bekannten Ruderinnen sassen: Auf den Positionen Fünf und Sechs dieses Bootes sassen die Gegnerinnen der Studenten-EM letzten Jahres aus Glasgow, die Klara und Linda im Zweier-ohne geschlagen haben. Die zweite Rennhälfte wurde zu einem harten Zweikampf mit dieser britischen Renngemeinschaft. Kurz nach der Hammersmith Bridge war Belvoir gleichauf, doch die Britinnen liessen sich nicht abschütteln und beim Bord-an-Bord-Kampf, der sich über zwei Kilometer hinzog, verloren die Belvoirfrauen ein wenig den Fokus, der zuvor noch ganz bei der eigenen Mannschaft war. Hundert Meter früher als geplant setzte Angelina dem ein Ende und entschied, den Endspurt anzusetzen, womit sich unser Achter entgültig von den Britinnen lösen konnte.

Womöglich war dies die entscheidende Wende im Kampf um eine Spitzenrangierung in diesem Rennen. Vier Stunden später beim Abendessen erfuhren wir das erlösende Resultat: Rang fünf in 19:17.99! Und dies äusserst knapp vor den weiteren Booten: Der Vorsprung auf Rang sechs war gerade mal 0.15, auf Rang sieben 0.91 und auf Rang acht 1.06 Sekunden. Das Overseas Pennant bleibt auch dieses Jahr in unserer Hand, ja hier können wir gar einen Hattrick feiern, nach dem Gewinn 2008 (auf Gesamtrang 11) und 2009 (Rang 8). Die englische Nationalmannschaft hat das Rennen 2010 gewonnen, Leander Club, Reading University und Durham University sind die Mannschaften, die noch schneller waren als Belvoir. Der zweite Achter machte seine Sache auch sehr gut. Am Freitag Abend sassen sie das erste Mal zusammen im Boot, die Unterschiede verunsicherten die Mannschaft zunächst sehr. Doch mit einem guten Training am Samstag und einem konzentrierten und aggressiven Rennen legte die britisch-schweizerische Mannschaft eine starke Leistung hin und belegte Rang 56, wobei sie die SN Genève, die gleich hinter ihnen startete, noch distanzieren konnte.

Alle Resultate gibts hier.
Bilder von Belvoir A findet ihr hier und da.
Bilder von Belvoir B findet ihr hier und da.
Und die wahren Belvoir-Pics findest du hier.
 
(Camille Codoni)
 

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