17.10.2009 bis 18.10.2009

Wanderfahrt rund um den Zürichsee

WIR HABEN ES TATSÄCHLICH GETAN

Tatort : Zürichsee

Grund : Wanderfahrt nach Schmerikon

Teilnehmer :

Sabine Hunziker, Martin Frei, Stephan Nellen, Eva Keller, Madlaina Bezzola, Urs Steiner, Frederik Bechberger, Kathrin Schmidt, Thomas Rufener, Franziska Müller Tiberini, Vreni Buob, Maggie Steiner, Detlef Doehnert, Heidi Ungricht, Claudia Meyer, Claudia Keller

In der Nacht vor unserer Wanderfahrt wurde ich von  wilden Träumen heimgesucht. Peitschendes Wasser, orkanartige Stürme suchten mich heim, ab und zu wachte ich auf und hörte nur den heftigen Regen ans Fenster prasseln :=(

Der erste Tag

Aus den Federn, Blick nach Draussen und siehe da – das Wetter liess Gutes verheissen. Im Bootshaus trafen wir uns zu letzten Detailbesprechungen. Themen  wie – findet die Wanderfahrt überhaupt statt – wer ersetzt Antonio, der Tags zuvor leider Forfait erklären musste – welche Boote mit welcher Besetzung. Doch schlussendlich, nach einigem hin & her hiess es Anker lichten und Leinen los!

Guten Mutes und mit drei Booten ruderten wir bei angenehmen Temperaturen unserem ersten Ziel entgegen – dem Ruderclub Richterswil. Bei jedem Schlag begann sich das Wetter verstärkt gegen uns zu wenden – in der letzten Stunde vor unserem Mittagshalt schien uns der Regen regelrecht ertränken zu wollen. Da half nur noch „Gring abe und durchhalten". Unser König (Martin) erwartete uns schon in Richterswil,  wo er für uns zum Mittagessen in einer Beiz einen Tisch reserviert hatte. Es wurde dann halt auch etwas länger sitzengeblieben – nicht etwa wegen dem Essen a la „soso lala“, sondern wegen den garstigen Wetterbedingungen. Innerlich war ich schon auf die ersten Aussteiger vorbereitet, doch alle zog es wieder weiter. An den Inseln vorbei durch den Kanal in den Obersee, und dies sogar bei einigen Sonnenstrahlen.

Doch kaum durch den Kanal gerudert, wurde aus den Sonnenstrahlen ein Hagelschauer, welcher sich in einer kaum zu übertreffenden Heftigkeit über uns entlud. Der Mut schwand. Doch auch dieses Hindernis hinderte uns nicht daran, nach letzten Kraftanstrengungen doch noch in Schmerikon das rettende Ufer, bzw. den rettenden Steg vor dem Strandhotel zu erreichen. Da wurde es einem schon warm ums Herz! Schnell das Boot verstaut und im Hotel für eine Stunde ins warme Bett gehüpft! Da kamen unerwartete Kräfte zurück, die geschickt eingesetzt wurden – zuerst einmal stiessen wir auf den Geburtstag von Sabine an, bevor wir uns dann hinter das feine Nachtessen machten. Unser Gast aus Deutschland, der Detlef, war sichtlich beeindruckt von unserer ansteckenden Fröhlichkeit bei diesen schlechten äusseren Bedingungen und der Auswahl des Hotels. Ja die Schweizer lassen es sich schon gut gehen – und Recht haben sie damit!

Eines muss einfach gesagt sein – das Strandhotel Schmerikon bietet wirklich schöne Zimmer, feines Essen und eine hinreissend romantische Lage am See. Mit Ausgang wurde dann nichts, ich suchte danach nur noch den Eingang zum Zimmer. Kaum im Bett war ich schon weg. Gute Nacht ! 

Der zweite Tag

Vorsichtiger Blick aus dem Bett direkt zum See. Au weiha, dachte ich. Nebel über dem Wasser und alles Grau in Grau . Da hiess es doch zuerst einmal noch etwas den Kopf unter die Decke und weiterträumen. Nach einer Dusche ging’s ans feine Frühstücksbuffet – es mussten ja neue Kräfte für die Heimfahrt angelegt werden. So richtig aufgewärmt sassen wir schon wieder im Boot und ruderten Richtung Rapperswil, wo wir mit schlechtem Gewissen und Herzklopfen eine Regatta durchqueren mussten. Doch ein Infoboot der Rennleitung liess uns durchrudern, nichts passiert! Es wurde heller, die Sonne zeigte sich und guten Mutes gings weiter zum Ruderclub Stäfa, wo wir von Urs und Barbara Steiner und Kathrins Eltern mit heissem Tee und Gebäck willkommen geheissen wurden. Das tat gut. Zuerst den Tee und die Guetzli – und dann noch bei der Toilette vorbei und die Welt war wieder in Ordnung! Wir legten uns wieder so richtig ins Zeug, damit wir uns etwas später das Mittagessen in Obermeilen auch wirklich verdienten. Im Hafen von Obermeilen wurde von uns so richtig Fingerspitzengefühl verlangt, schliesslich sollten wir ja all die teuren Jachten und Boote ohne gröbere Kratzer passieren, um unsere Boote am Steg festzulegen. Ein kurzer Spaziergang und schon sassen wir in diesem wirklich schönen und netten kleinen Restaurant mit charmanter Bedienung – allemal auch privat eine Reise für ein feines Essen wert! Zu einem wirklich günstigen Preis wurde uns ein Menu mit Vor- und Nachspeise serviert. Da hatte unsere Kathrin wirklich eine gute Nase, als sie dieses tolle Lokal aussuchte. In der Zwischenzeit zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite und liess uns voller Elan (und ersten Blasen an den Händen) Richtung Zürich rudern. Schon bald darauf wurden wir Zeuge eines wunderschönen Wetterphänomens: Richtung Rapperswil blauer Himmel mit Sonnenschein und wie durch eine Linie getrennt in die andere Richtung - sprich unserer Richtung - rabenschwarzer Himmel, der nichts Gutes erahnen liess! Sofort wurden die ersten Pyramiden gerudert, um dem nahenden Unheil zu entkommen. Aber der Himmel meinte es im letzten Moment doch nicht gut mit uns und ein Wolkenbruch mit sinnflutartigen Regenschauern durchtränkte uns auf den letzten Metern. Wie erleichtert wir doch waren, endlich am Steg des Belvoir angekommen zu sein und so rasch wie möglich uns und unsere Boote ins Trockene zu bringen. Geschafft.

Zu Hause sassen wir am Abend zu Tisch, liessen uns ein feines Nachtessen munden und tranken mit Genuss eine gute Flasche Rotwein dazu. Vor dem Einschlafen ging mir ein Gedanke einfach nicht aus dem Kopf – Wir haben es tatsächlich getan und alle haben bis zum Schluss durchgehalten.

Gut gemacht :-)

Stephan Nellen

 

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