03.07.2010 bis 04.07.2010

Schweizer Meisterschaften 2010: Titel verteidigt, zwei neue Medaillen gewonnen

Alle Junioren und der Frauenachter müssen durch Vorläufe
Der Belvoir ist mit einer guten Ausbeute von den Schweizer Meisterschaften am Rotsee zurückgekehrt. 10 Juniorenmannschaften, 7 Eliteboote und eine Mastersmannschaft gingen für uns an den Start. Die angewachsene Mannschaft bei den Junioren U15 und U17 hat dieses Jahr zwar einige Medaillen gewinnen können, in den Vorläufen konnte sich aber noch keiner und keine unserer Jungstars durchsetzen und sich für ein Finale qualifizieren. Lena Mettler war mit einer Länge Rückstanfd im Skiff U15 noch am nächsten am Finale, ferner schlugen sich tapfer Enrico Ermanni und Elias Kirchgraber bei den U15 sowie Charlotte Fischer, Jonathan Perraudin und Maurice Coens bei den Junioren U17. Unsere zwei Junioren U19, Shari Paternostro und Philippe Denier, konnten dafür ihre Erfahrung ausspielen. Shari fuhr mit einem zweiten Platz im Skiffvorlauf problemlos ins Final. Philippe musste für einen Finaleinzug hart kämpfen: Bei Streckenhälfte war er davon noch über eine Länge weg, doch mit einer schnelleren zweiten Hälfte und einem perfekten Endspurt schob er sich auf den finalberechtigten zweiten Platz vor. Zusammen mit Simon Jedelhauser vom Seeclub Sarnen schaffte er am Abend auch im Doppelzweier das Final. Ebenfalls einem Vorlauf stellen musste sich der Frauenachter - dank sieben Gegenmeldungen, einem absolutem Novum im Schweizer Frauenrudern. Der Vorlauf lief ganz nach unseren Wünschen, unser Achter mit Debbie Bregenzer, Jenny Weinkopf, Linda Schlemmer, Jolanda Hofschreuder, Yvonne Wäger, Jane Allison, Angelina Casanova, Christina Bauer und Sandra Kummer brachte sich schnell in eine gute Position, während dahinter drei Mannschaften um die verbleibenden zwei Finalplätze rangen. Ausgerechnet der RC Baden, der in der Kategorie schon viele Meisterschaften bestritten hat, hatte das Nachsehen. Unsere Vorläufe beendete Ulrike Lohmann im Eliteskiff, weil es im Mastersskiff zu wenige Gegenmeldungen gegeben hatte. In ihrem Rennen im Eliteeiner konnte sie gute und neue Erfahrungen sammeln, aber sich nicht für den Endlauf qualifizieren.
Spannendes Rennen im Zweier-ohne
Somit gingen für den Belvoir am Sonntag sieben Frauenteams und drei Juniorenboote in die Meisterschaftsfinale, wobei wir in allen Rennen uns gute Chancen auf Spitzenplätze ausrechnen konnten. Unsere Ruderchefin Ulrike Lohmann machte den Anfang im Doppelzweier mit Ursula Uttinger vom Ruderclub Kaufleuten. Wie schon alle anderen Mastersrennen dieses Jahres gewannen sie auch auf dem Rotsee, für Ulrike war es auch die Verteidigung des Sieges vom letzten Jahr. Als nächstes trat Linda Schlemmer an, den Titel im Zweier-ohne zum vierten Mal in Serie zu gewinnen. Weil ihre Partnerin des letzten Jahres, Klara Honsl, seit zwei Monaten wegen einer Rückenverletzung pausieren muss, fand sie sich mit Jolanda Hofschreuder wieder im Boot. Jolanda ist nach ihrer Babypause in den Zweier-ohne und den Achter zurückgekehrt, die sie beide 2008 mit Linda gewonnen hat. Jane Allison trat zum dritten Mal an, diesmal mit Henriette "Hank" Grimmel. Das Rennen startete spannend, denn der Ruderclub Cham führte die ersten 500 Meter an vor Jolanda und Linda, während Jane und Hank an dieser Stelle noch auf dem fünften und letzten Platz lagen. Dann aber fuhren Jolanda und Linda vor und schüttleten die Chamerinnen ab, die uns die ganze Saison spannende Rennen geliefert haben. Gleichzeitig überholten Jane und Hank die Genferinnen und erhöhten mit der Renngemeinschaft Vesenaz/ Lausanne weiter das Tempo. Jolanda und Linda konnten das Feld in der zweiten Hälfte beherrschen und gewannen deutlich in einer guten Zeit von 7:49 vor Vesenaz/Lausanne. Das lange Angreifen von Jane und Hank wurde 250 Meter vor dem Ziel belohnt, als sie den RC Cham einholten und im Endspurt schlagen konnten, womit Jane ihre dritte Broncemedaille und Hank ihre erste in dieser Bootsklasse holte.
Unsere Junioren fahren stark - besonders bei der Elite
Als nächster trat Philippe im Skiff an. Nach dem starken Auftrumpfen im Vorlauf nahm er sich fürs Finale viel vor, trotz mässiger Leistungen an den Vorbereitungsregatten. Doch der Vorlauf hatte Kraft gekostet, und es fehlte Spritzigkeit, um ganz vorne mitfahren zu können. Dennoch ist der fünfte Schlussrang im dichten Feld der Juniorenskiffs ein Verbesserung zu den Regatten zuvor und auch zum Vorjahr, als er Sechster wurde. Gerade dieses Jahr war der Einer sehr stark besetzt, da der Sieger für die Jugendolympiade in Singapur selektioniert wurde. Shari hatte kurz darauf ihr erstes Rennen des Tages im Frauen Elite-Doppelzweier zusammen mit Eliane Baumberger. Diese zwei jungen Ruderinnen haben in der Saison überrascht mit deutlichen Siegen am Rotsee und in Sarnen. Und auch hier starteten sie sehr gut und waren bei 1000 Metern nur eine Länge hinter den zwei führenden Booten, dem Seeclub Wädenswil mit Martina Ernst' Kameradinnen aus dem SRV-Doppelvierer und dem zweiten SRV-Leichtgewichtsdoppelzweier mit Fabiane Albrecht und Deborah Birrer. Den Abstand auf die verfolgenden Boote hatten Shari und Eliane schon auf offenes Wasser ausgebaut, so dass sie das Ziel einer Broncemedaille mit einer Sicherheitsmarge von zehn Sekunden erreichten und nur zehn Sekunden auf den umkämpften Titel der Kaderboote einbüssten. Es ist unsere erste Medaille in dieser Bootsklasse seit 2006 und die erste Meisterschaftsmedaille für unsere Juniorin Shari.
Jürgen Träger fordert uns im Achter und Doppelvierer heraus
Jeweils vor und nach der Mittagspause finden die Finalläufe der Achter und der Doppelvierer der Frauen statt, zwei Bootsklassen, in denen der Belvoir schon 2008 und 2009 gewonnen hat. Der Frauenachter ist gar seit 2007 in der Schweiz bei allen Rennen ungeschlagen. Doch das Finale wurde dennoch härter als erwartet, denn der Trainer des Seeclub Stansstad forderte uns mit einer Renngemeinschaft mit Zug, Sempach, Uster und Sarnen heraus. Ein guter Start unseres Achters brachte uns eine halbe Länge Vorsprung, dann aber griff Steuermann Jürgen mit seinem Achter konstant an, unser Achter konnte aber ihre halbe Länge Vorsprung halten. Debbies Spurts bei der Streckenhälfte und der Endspurt gaben unserem Achter dann aber einen sicheren Vorsprung von fünf Sekunden und einen verdienten Sieg in einer guten Zeit von 6:44. Vom Meisterachter des Vorjahres waren nur Debbie, Linda, Sandra und Jane dabei, Jolanda und Angelina haben den Achter aber in früheren Jahren gewonnen. Christina gewann in ihrem ersten Jahr bei der Elite auch ihre erste Meisterschaftsmedaille, für Jenny war es die Erste mit unserem Club, für Yvonne die erste im Achter.
Ganz anders als im Achter, der in verschiedenen Kombinationen gegen die erstarkende Konkurrenz immer gewinnen konnte, gingen wir im Doppelvierer in einer Bootsklasse an den Start, in der an den nationalen Regatten dieses Jahres immer andere Clubs die Siege holten. Bei den Rennen waren allerdings unsere Kaderruderinnen selten dabei, Angelina war nur in Lauerz und am Rotsee im Boot, und Martina Ernst konnte gar nie den Clubvierer fahren, startete aber diesen Frühling erfolgreich an zwei Weltcupregatten im Doppelvierer. Zum ersten Mal, seit Martina und Angelina die Siegesserie 2008 und 2009 fortführten, bekam Martina die Schlag- und Angelina die Bugposition, Yvonne sass wie schon 2008 auf drei und neu in den Belvoir-Doppelvierer kam Jenny auf Position zwei. Wir alle waren sehr gespannt, wie sie in ihrem ersten gemeinsamen Rennen sich schlagen würden, nach gerade einmal vier gemeinsamen Trainings. Wie schon der Achter kamen sie gut weg und setzten sich gleich von Anfang an an die Spitze des Feldes. Der Seeclub Zug, in Sarnen und am Greifensee Sieger, konnten dem nicht viel entgegenhalten, dafür forderte erneut Jürgens junge Mannschaft uns heraus. Ebenfalls stark fuhr die Bootskameradin von Martina, Nora Fiechter mit ihrem Vierer von Blauweiss Basel. Doch unser Doppelvierer konnte allen Angriffen trotzen und mit einem Vorsprung von anderthalb Sekunden den Titel wieder nach Zürich holen, vor Stansstad/Uster/Sarnen und Blauweiss Basel, die Zug ganz knapp aus den Medaillen verdrängten.
Zum Abschluss Silber im Leichtgewichts-Doppelzweier
Philippe und Shari haben die gute Bilanz der Junioren mit den Rängen vier und fünf abgerundet. Philippe wurde mit Simon Fünfter im Doppelzweier, und Shari war in einem engen Rennen um Platz drei erst am Ende auf der schlechteren Seite der Rangliste. Das letzte Rennen des Belvoirtages machten Sandra und Eliane im Doppelzweier der Leichtgewichte, in dem sie gegen zwei Boote antraten, die sie beide noch nie geschlagen hatten. Klar war, dass der erste SRV-Doppelzweier mit Weltmeisterin Pamela Weisshaupt und Olivia Wyss gewinnen würden, doch auch den Ruderclub Schaffhausen war in Greifensee noch vier sekunden schneller gewesen als Sandra und Eliane. Am Rotsee drehten sie aber den Spiess um, setzen sich bei 500 Metern vor die Schaffhauserinnen und holten Silber. Somit ist es den Belvoirdamen dieses Jahr gelungen, in allen Mannschaftsbooten aufs Podest zu kommen und höchstens Kaderathletinnen den Vortritt lassen zu müssen, was insgesamt drei Titel, eine Silber- und zwei Broncemedaillen sowie den Mastersieg von Ulrike einbrachte. In der Clubwertung kamen wir wie schon im Vorjahr auf den dritten Rang hinter Lausanne Sports und dem Seeclub Zug.
Tolle Bilder dazu gibt es hier.
(Camille Codoni)

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