Schweizer Team vor Moskauer Kulisse
European Universities Championship in Moskau
Die Visas wurden teuer und mit einigen Nervenverlusten erworben, die Boote mit unendlichem Hin und Her auf deutsche Anhänger verteilt – es schien der Studenten-EM nichts mehr im Weg zu stehen. Ausser dem demolierten Koffer von Franz um 2 Uhr morgens am Moskauer Flughafen und den Booten, die irgendwo in Hamburg trotz ausdauerndem Einsatz von Franz (danke...) nicht in Moskau auftauchen würden. Irgendwie liess es sich mit den Vorsitzenden der EUSA und mithilfe von deutschen Kontakten regeln. Boote waren nun vorhanden, die Velos zum Mitradeln in sowjetischem, rostigem, quietschendem Zustand zur Ausleihe bereit. Am Mittwoch fanden die Vorläufe und Hoffnungsläufe statt. Franz Gravenhorst (ETH Zürich) und Matthias Wyss (Universität Zürich) konnten im LM2x locker vorausfahren und sich fürs A-Finale am Freitag qualifizieren. Manuel Luck (ETH Zürich) und Michael Weiss (Universität Zürich) fuhren ein Bahnverteilungsrennen für ihr A-Finale am Freitag. Dies bedeutete für beide Mannschaften kein Rennen am nächsten Tag und somit Moskauer Abendstimmung geniessen. Philippe Denier (Universität St. Gallen) fuhr via Halbfinal im M1x sehr souverän das angeblich beste Rennen seines Lebens und kam direkt ins A-Finale. Irina Aeschlimann (ETH Zürich) fuhr im Hoffnungslauf ins B-Finale und war ebenfalls bereit, am Finaltag ein hervorragendes Rennen zu fahren. Am Abend fand an der Strecke die Eröffnungszeremonie statt – ein russisches Spektakel mit allem, was Russland zu bieten hat. Der Rückweg wurde von den abenteuerlustigen Schweizern/Österreichern/Deutschen nicht mit dem Shuttlebus zurückgelegt, sondern mit der U-Bahn. Ein echtes Erlebnis, bleibt unkommentiert. Der Donnerstag wurde für Training, Hoffnungsläufe und Halbfinals gebraucht. Ebenfalls wurden die Moskauer Vororte genauestens angeschaut und die daraus resultierenden Erlebnisse mit viel Gelächter beredet. Der Finaltag stand vor der Tür. Matthias und Franz standen mit ausgehungertem Magen, vollen Säcken mit Schokolade, deutschen Fitnessriegeln und Cashewnüssen vor der Waage, erreichten das Gewicht und waren auch bald schon auf dem Weg zur Silbermedaille in einem spannenden Rennen. Sie konnten hinter den Deutschen und vor den Österreichern auf einen starken 2. Rang fahren. Kurz darauf fuhren unsere schweren Männer Manuel und Michael auf den 4. Rang, waren sehr zufrieden und suchten danach stundenlang den KFC. Erfolglos. Philippe versuchte sich gegen U23-Weltmeister und Portugiesen, die aus allen Einteiler-Nähten platzten. Kompliment an dieser Stelle für den unendlichen Mut und Optimismus (shit.. egal☺). Philippe konnte sehr zufrieden sein mit seinem 5. Schlussrang von 15. Irina konnte im B-Finale souverän vorausfahren und als Jüngste mit dem 7. Schlussrang abschliessen. Danach wurde angestossen, was angestossen werden musste. In diesem Sinne: „Moskau, Moskau, schmeiss die Gläser an die Wand, Russland ist ein schönes Land, hohohohoho, hey!“ Das Schweizer Team bedankt sich bei seinem Sponsor "TurboBeads" für die grosszügige Unterstützung. Joyce Maher, Coach

