22.05.2010 bis 24.05.2010

Pfingst-Wanderfahrt 2010: Von Biel nach Solothurn

In drei Tagen und 112 km von Biel nach Solothurn: via Bieler-, Neuenburger- und Murtensee, Zihl- und Broyekanal sowie Aare

Traumhafte Landschaften, beeindruckende Winde, viel Sonnenschein, historische Orte, feines Essen und eine tolle Gruppe, die avec les deux amis de Colmar im Zeichen der Französisch-Schweizerischen Ruderfreundschaft stand.

Gestartet sind wir am Pfingstsamstagmorgen, 22. Mai, vom Bieler Seeclub. Die Bise ‚zwang’ uns, dem südöstlichen Ufer des Bielersees zu folgen. Wir mussten uns tüchtig ins Zeug legen und erreichten den karibisch anmutenden Strand in Epagnier um fünf vor zwei und damit gerade noch rechtzeitig, um bei einem köstlichen Mittagessen neue Kräfte zu sammeln. Denn die Wellengänge auf dem Neuenburger- und Murtensee hatten uns so einiges abverlangt. Etwas ruhiger war es auf dem Canal de la Broye, wo wir mit Blick auf den Mont Vully/ Wistenlacherberg interessiert Hanspeters Ausführungen zum keltischen Oppidum von Bas Vully folgten. Diese Keltenstadt war mit einer Variante des Murus Gallicus verschanzt gewesen. Julius Cäsar vertrieb die Helvetier dann allerdings wieder. Im hübschen Winzerort Praz sur Vully, am Fusse dieses bedeutsamen Berges, übernachteten wir und liessen den Tag bei Chasselas und Fischknusperli ausklingen.

Am Pfingstsonntag sind wir zurück nach Biel gerudert. Aufgrund der noch immer stattlichen Winde empfahl es sich, wiederum auf der südöstlichen Seite des Bielersees zu rudern. Frisch und ausgeschlafen erschien uns der Canal de la Broye als noch schöner; und das Wissen darum, dass er bereits zur Römerzeit ein vergleichbarer Kanal bestand und für Fernhandel und Transport von Baumaterialien genutzt worden war, machte ihn noch spezieller. Für den Mittagsrast wählten wir die idyllische Petersinsel, wohin sich Jean-Jacques Rousseau 1765 für ein paar Wochen zurückgezogen hatte. Wir besichtigten die Gemächer, die Rousseau im ehemaligen Cluniazenser Kloster (aus dem 12 Jhr.) bewohnte. (Diesen Halt nutzten wir überdies für ein paar Übungen zum Anlegen unter erschwerten Bedingungen – Fazit: Es ist fast alles möglich, wenn man die Nerven behält.)

Als wir in Biel resp. Nidau in der Lago Lodge (mit fantastischem Bier aus der hauseigenen Brauerei) ankamen, waren unsere Crews schon so gut zusammengewachsen, dass wir die Fünferbesetzung auch für die Nacht beibehalten wollten. Im Gasthof Kreuz in Nidau, wo wir kulinarisch verwöhnt wurden, überraschte uns dann noch Thomas von Holzen, ein engagierter (Wander-)Ruderer, der Ende 2007 – bedauerlicherweise – von Zürich nach Biel und damit von Belvoir zum Seeclub wechselte. Wir haben ihm zum Abschied das Versprechen abgenommen, dass er uns wieder einmal auf eine Wanderfahrt begleiten wird.

Den dritten und letzten Tag verbrachten wir auf der Aare; der Wind hatte nachgelassen, so dass wir die Fahrt nach Solothurn entspannt und genüsslich angehen konnten. Die Schleuse bei Nidau hatten wir am frühen Morgen noch ganz für uns allein! Insbesondere ab Büren überraschte die Strecke immer wieder mit neuen schönen Ausblicken, mit kleinen Naturparadiesen, vielen Vögeln, brütenden Schwänen und natürlich mit Störchen. In Altreu, mehr oder weniger unter einem Storchennest, haben wir Zmittag gegessen. Mit einer kleinen Stadtabfahrt – Sightseeing nicht nur für Joëlle und Frédéric – und einem ausgesprochen erfrischenden Sprung in die Aare haben wir unsere Vier Kantone- / Drei Seen- / Zwei Kanäle- / Ein Fluss-Fahrt im barocken Solothurn dann zu einem glücklichen und zufriedenen Ende gebracht.
Tolle Fotos gibt es hier.
A la prochaine! Amitiés
Anna, Frédéric, Hanspeter, Joëlle, Madlaina, Maggie, Marlis, Urs, Vreni & Eva

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