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Marathon-Strecke

Ladybirds
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Das Team

Brückenübung

Bootsvorbereitung

Warten auf den Start

Wind und Wellen auf dem Slotermeer

Morgenstimmung nach einer kurzen Nacht

Letzter Wechsel

Letzte Strecke mit Gegenwind
Elfstedentocht 2011
Entstanden ist die Idee ganz harmlos, irgendwann im Winter – beim Rudern natürlich – während einem Wendemanöver am Schooren. Die Rede ist vom „Elfstedentocht Roeimarathon“, dem spektakulären Rudermarathon im Norden der Niederlande. Gesagt, getan, Marjan nahm es an die Hand, und schon 6 Monate im Voraus, begann ein grosses Ruder-Abenteuer für 12 wild entschlossene Ruderinnen. Dem Elfstedentocht Roeimarathon (Elf-Städte-Rudermarathon) liegt die traditionsreiche und legendäre Eisschnelllauftour im holländischen Friesland zugrunde. Dies ist eine 200 km lange Strecke auf zugefrorenen Flüssen, Kanälen und Seen, die unter Hunderten (!) von Brücken hindurch und entlang 11 kleinen und grösseren Städten führt. Das letzte Eisschnelllauf-Rennen fand 1997 statt. Zum grossen Glück für alle Ruderfans gibt es seit etwa 25 Jahren eine „Ruder“-Elfstädtetour. Sie wird in C-Gigs 2+ ausgetragen, mit Teams von max. 12 Personen, die steuern und rudern, und die die gesamten 207 km innerhalb von 24 Stunden zurücklegen müssen. Das heisst, dass sowohl tags als auch nachts ununterbrochen gerudert und navigiert wird! Eine veritable Herausforderung für ein Schweizer Team mit einer einzigen Friesin *Marjan* und einer weiteren Ruderin *Marlis*, welche beide den Marathon schon einmal gerudert waren – alle weiteren Damen hatten noch nie zuvor 70 cm hohe und schmale Brücken auf Geschwindigkeit und mit (Ziel-) Sicherheit gemeistert! Dazu wussten wir alle auch bald, dass jeder Mannschafts-Wechsel im Boot Zeit kostet und die frei wählbaren Wechselorte in der verwinkelten friesischen Kanallandschaft zuerst auch noch von der Landgruppe gefunden werden mussten. Das Team war rasch beisammen: Ulrike, Kathrin, Eva, Corina, Marlis und Marjan von Belvoir, mit Susann, Kassiem und Judith im Landteam, und Cornelia, Ewelina, Jenny, Sonja und Karin von Kaufleuten, sowie Jeanette vom Basler RC. Ausserdem stiess Geertje als last-minute Reserve-Ruderin aus Thyro/NL dazu. In den Vorfeld-Monaten war es auf dem Zürichsee schon mehrmals ziemlich prickelnd. Es gab erste Übungen mit schnellen Wechseln, wir lernten neue Ruderbefehle wie „Ruder lang“ oder „abliegen“, bzw. „nach vorne biegen“, dazu kam das Testen der Funkgeräte, sowie die direkte GPS-Verfolgung des Boots vom Landteam auf dem Laptop. Mit diesen Vorbereitungen konnte nichts mehr schief gehen, alle hatten Kondition und Muskeln so richtig ausgebaut um ihr Bestes zu geben. Der Teamname „Swiss Ladybirds“ wurde geboren und Art Director Jenny entwarf ein grossartiges Logo für die Team-Shirts, damit wir im Ausland bei den Oranjes einen anständigen Eindruck hinterlassen konnten. Am 1. Juni fuhren wir los – Kassiems Landi zog die „Glatt“ mit den notwendigen Renn-Accessoires gen Norden. In Holland hatte uns Marjan einen phantastischen Bauernhof gemietet, mit Alkoven, riesigen Aussichtsfenstern auf hoppelnde Hasen und staksende Störche, umgackert von einer Horde Enten und Hühner, deren frisch gelegte Eier wir zum Frühstück verspiesen. Alle fühlten sich sogleich zu Hause und das Wetter war eine Wucht – Dauersonne – ganz untypisch für NL! Die Glatt wurde am Tag vor dem Rennen im Dorfkanal mit einer zünftigen Brückenfahrt getauft. Trotz todesmutiger Bugfrauen waren wir dabei am Anfang noch etwas zaghaft, aber schon bald kam Sicherheit auf und wir wussten, dass wir es mit den Holländern aufnehmen würden: Gas geben, nach hinten abliegen, Steuerfrau zusammenfalten, ziehen und so schnell wie möglich untendurch! Mit der Zeit wurde unser Team immer grösser und besser – Sonja wechselte zur stimmgewaltigen Steuerfrau und das Kraftpaket Geertje kam dazu; Eva duplizierte sich auf wundersame Weise, womit auch eine gewisse Vera ins Boot kam; Johan zeigte uns als „local“, wie man nach Elfstädtetour-Manier im Boot zu wechseln hat und dass das Ruderteam vom Landteam auf jeder Brücke frenetisch angefeuert werden konnte. Am Morgen vor dem Rennen kauften wir im Supermarkt Proviant ein: Futter, Drinks und Dropjes, der Kassenzettel wies dabei die respektable Länge von 1 m auf. Anschliessend wurde das Boot den Vorgaben entsprechend fahrtüchtig gemacht, um alle Wellen und die friesische Nacht zu meistern. Abends Punkt 8 Uhr waren gut hundert Teilnahme-Boote startbereit für die 24-Stunden-Rundstrecke von Leeuwarden zurück nach Leeuwarden. Das Nachtteam begann mit dem Rennen und ruderte in die Dunkelheit hinein. Entlang von beleuchteten Windmühlen und verschlafenen Kanalhäuschen kam dann in der Morgenfrühe schon vor Sonnenaufgang ein tüchtiger Wind von 4 Bft auf. Mit diesem starken Gegenwind hatte das Tagesteam dann während der ganzen zweiten Rennetappe zu kämpfen – und das in einem breiten Boot mit Steuerfrau! Tapfer und mit Rieseneinsatz schlug sich das Tagesteam durch die Böen. Auf dem letzten Streckenabschnitt mit Ulrike und Ewe am Ruder und Cornelia am Steuer konnte noch einmal richtig Gas gegeben werden. Im Auto eskortiert vom Rest des Teams wurden die beiden Powerruderinnen auf der Schlussstrecke lauthals angefeuert, den Ladybird-Song von Nancy Sinatra und Lee Hazelwood dabei voll aufgedreht und von allen mitgesungen. – Wir haben es geschafft, die 11-Städtetour ist uns innert 24 Stunden gelungen! Als erstes Schweizer Team überhaupt haben wir dieses Abenteuer souverän gemeistert, mit Platz 74 von 103 Booten (davon nur 4 Damenboote) und mehr als 10% Ausfällen wegen dem extrem starken Gegenwind ……the lucky and proud Swiss Ladybirds! Marjan und Cornelia

