09.10.2010 bis 10.10.2010

Belvoir zu Gast in Hamburg

Aus dem hohen Norden bzw. vom Singen und Wanderrudern bzw. das Leben ist kein Ponyhof

Bericht vom Samstag:
Am 9.10. um 9Uhr 10 starten wir bei der Bebelallee, Station Lattenkamp zu unser Wanderfahrt durch Hamburg. Die Anfahrt haben wir so vielfältig wie wir sind, geplant und erlebt, sei es mit Nachtzug, mit Tageszug oder Flug, mit oder ohne Wartezeiten. Der Sonnenschein wird uns zwei Tage begleiten, der Ostwind erfrischen. Er sind fantastische Herbsttage.
Nach Bergedorf bringen uns Taxis, nachdem wir beim Ruderverein an den Teichwiesen unsere Steuermänner treffen und unsere Kleider deponieren. Endlich Wasser! Liebenswürdigerweise haben Norwid, Uwe und Kollegen vom RTV uns drei Boote zum Startort, einem Ruderklub in Bergedorf, gerudert am Vortag. Drei breite hochseetaugliche Boote werden nun gewassert. Vorbei an unglaublich vielen Graugänsen und anderen Gänsen, Kühen, Trauerweiden und Wiesen gleiten wir auf der Dove Elbe zur ersten Pause bei Allermöhe, dem Leistungszentrum mit Regattastrecke. Schon stärken wir uns, staunen ob der Wärme und starten zu den Schleusen. Das Wasser gleitet ruhig, die Elbe ist heute flach. Es ist ein Genuss, die Einfahrt in die Stadt mit Lagerhäusern, schwimmender Kirche, Bürogebäuden und Wohntürmen zu erleben. Kundig geführt durch zwei Donauschleusenexperten, nach zwei Hakenbrüchen, ruhigem Wasser und flinken Schleusenwärtern erreichen wir sicher und trocken das Hamburger Rathaus. Ein Menschengetümmel erstaunt uns hier, nach solch friedlich ruhigem Rudern, fast allein auf der Elbe. Die Binnenalster ist gespickt mit Segelbooten, farbigen Segeln zum Teil und Ausflugsbarkassen. Unsere Steuerfrauen und Männer lotsen uns gut und wir geniessen die Parklandschaften, die Skyline der Türme, Hochhäuser, Rathaus und Villen ebenso das offenere Wasser und den Wind.
Die Aussenalster und die Kanäle sind gesäumt mit Wohnhäusern. Wir fantasieren ob der Bewohner, bestaunen Gärten und Boote. Der Wasserweg wird immer undurchschaubarer, verwinkelter und der Eindruck sich zu verlieren wächst in unserem Boot. Unsere kundige Steuerfrau Ulrike führt mich in die Irre! Wir landen bald heil, zufrieden und müde beim RVT. Die Tour beschliessen wir bei feinem Kaffee, Kuchen und Sekt. Herzlichen Dank den Hamburger SpenderInnen.
Das Nachessen im hohen Norden geniessen wir bei einem südländischen Bruder und jeder seinen Ausklang bei Tee, Sankt Pauli oder Bier.
(die Breitis)
Bericht vom Sonntag:
Hamburg. 10 Uhr. Die Sonne brannte. Nachdem einige Frühaufsteher an den Fischmarkt bummelten und sich die ersten Matjes-Brote schmecken liessen, pilgerten wir etwas müde aus der Ruderwäsche schauend erneut der Alster entlang zum Ruderverein Teichwiesen. Das Motto der heutigen Ausfahrt war: Ex-Regattis vs. Breitis bzw. die alten Jungen vs. die jungen Alten.
So pflügten wir uns im gesteuerten C-Gig 4x und im gesteuerten C-Gig 6x durch die Kanäle. Ivo am Steuer des Ex-Regatti-4x, noch geschwächt von der letzten Nacht; Regula am Schlag – nicht mehr ganz rhythmusbestimmend; Nathalie – mehr singend als rudernd; Dani – erfolglos Steuer- und Backbord auseinanderhaltend; Sandro – dem Photografendasein vom Vortag nachtrauernd. Im Sechser bestimmte Stefan die Richtung, während die Lokalmatadorin Ulrike den Takt angab und sogar Martin kräftig aufs Stemmbrett drücken iess. Schwungvoll unterstützt wurden die drei von Urs, Eva, Madlaina und Detlef aus Ludwigshafen.
Entlang idyllischer Wohnhäuser und mit der Sonne im Gesicht ruderten wir weiter zur Aussenalster, wo die Wellen etwas höher schlugen. Beim Rathaus an der Binnenalster kamen dank Steuermannwechsel frische Kräfte in die Boote. Noch mehr Schub erhielten wir nach dem Abhalten der Mittagspause auf dem Ponton der Rudergesellschaft Hansa, wo wir unsere Ausbeute vom Fischmarkt verdrückten und ein kleines Nickerchen an der Sonne genossen. Ab da gings in die nächste Runde! Unter Brücken hindurch, schlängelten wir uns durch enge Kanäle zum Stadtpark und beglückten die Sonntagsspaziergänger und Kaffeetrinker mit fröhlichen Gesängen und mehr oder weniger gelungenen La Ola’s. Ein weiterer Challenge war es, mit unseren langen und breiten Booten der Vielzahl von Kanus und Pedalos auszuweichen.
Am Ufer eines hübschen Kanals genossen wir Hamburgs liebstes Getränk: Der KiBa (Kirsch- Banane-Saft, alkoholfrei!). Während danach die wanderfahrtgeübteren Breitis ihre Kräfte gut einzuteilen wussten und fleissig die Steuerfrau wechselten, übten sich die jungen Wilden in Zwischensprints. So kam es, dass auf der Zielgerade die fünf Ex-Regattis den sieben Breitis den Vortritt schenkten. Tja, das Leben ist eben kein Ponyhof!
Nach zwei wunderbaren interessanten und abwechslungsreichen Rudertagen, hiess es Abschied nehmen. Die Einen reisten zurück nach Hause, die Anderen fuhren an die Elbe dem Sonnenuntergang entgegen und erforschten Hamburg die nächsten beiden Tage zu Fuss.
Es war für alle ein tolles Erlebnis mit vielen wunderschönen Eindrücken. Herzlichen Dank den Organisatorinnen Ulrike und Eva! Wir kommen gerne wieder!
(die Ex-Regattis)

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